Einfaches 1200-Baud-Packet-Radio-Modem

Einführung
Schaltplan
Leiterplatten-Layout
Weiteres Leiterplatten-Layout im PostScript-Format
Bestückungsplan
Aufbauhinweise
Tips und Tricks
Problematische Geräte
Adapter für den C64
Hardware-DCD
Häufig gestellte Fragen
Alternativen zum TCM3105
- FX 614
- XR2211/XR2206

Einführung

Das hier vorgestellte einfache BayCom-Packet-Radio-Modem soll vor allem Einsteigern helfen, recht schnell und kostengünstig in dieser neuen, interessanten Betriebsart QRV zu werden. Die nachfolgende Schaltung wurde in diesem Sinne leicht abgeändert, um den Aufbau weiter zu vereinfachen. Im Originalschaltplan vorgesehene Trimmregler wurden durch fest eingestellte Spannungsteiler ersetzt, um Abgleichaufwand zu verringern und eine Langzeitstabilität der Arbeitspunkte zu gewährleisten. Der Teil mit T2 ist optional; er ist für die meisten CB-Funkgeräte nicht notwendig. Zum Download der Bilder: Die Seite enthält nun die Möglichkeit, diese Bilder direkt herunterzuladen. Insbesondere das Layout sollte man wieder ins Bitmap (*.bmp)-Format wandeln, um etwaige Trübungen zu vermeiden, wenn man es direkt als Vorlage zur fotochemischen Leiterplattenentwicklung verwenden will. Wer NetScape verwendet, kann auch mit einem Klick der rechten Maustaste die Grafiken speichern. Es erscheint ein Menü, in dem "Grafik speichern unter" bzw. "Save Image as..." anzuwählen ist. Viel Freude also mit diesem Modem und bei PR!

Zum Seitenanfang

Schaltplan

Schaltlan-Vorschau

Das Bild zum Download

Zum Seitenanfang

Die Stückliste zum eben vorgestellten Schaltplan:

BAYCOM MODEM

DL8MBT & DG3RBU April 1990

Parts list:

IC 1............TCM 3105
IC 2............74HC04 oder 74HC14 (nur HC oder HCT funktionieren)
IC 3............78L05, Festspannungsregler 5 Volt/100 mA, siehe
Text

T 1,2...........BC 548 (Typ unkritisch)

D 1-4...........1N4148 (Typ unkritisch)

Q 1.............4.43361 MHz (PAL-Quarz, auf jedem PAL-Decoder zu finden)

C 1.............100 uF 16V
C 2,3...........10 uF 16V
C 4,5...........33 pF cer
C 6-9...........100 nF

R 1.............2.1 k
R 2,3,5,12......100 k
R 4.............1.2 k
R 14............2.2 k
R 6.............3.3 M
R 7.............180
R 9.............100
R 10............12 k
R 11............33 k
R 14............15 k
R 12,13,15,16...10 k
R 17............10 k
Alternativ (siehe
Text): Für R 13/R 10: 50 k (einstellbarer Widerstand, auf 2,74 Volt am Schleifer gegen Masse einstellen)
Weitere Abgleichmöglichkeit (siehe
Text): Für R 12............10 k (einstellbarer Widerstand, auf minimale Modulationsverzerrungen einstellen)


Zum Seitenanfang

Das Leiterplatten-Layout

Schaltung wurde leicht abgeändert

Layout-Voransicht

Das Bild zum Download

Noch ein Layout

Besitzer eines PostScript-fähigen Druckers finden hier ein weiteres Layout mit Bestückungsplan.

Zum Seitenanfang

und der dazugehörige Bestückungsplan

Voransicht Bestückungsplan

Das Bild zum Download

Zum Seitenanfang

Hinweise zum Aufbau

Zunächst sollte man nach Fertigstellung der Platine alle Widerstände, dann alle Dioden, anschließend alle Kondensatoren und den Transistor bestücken. Jetzt prüft man erst einmal auf Kurzschlüsse und Unterbrechungen. Dies kann nicht gründlich genug geschehen; eine derartige Unterbrechung (Haarriß) machte uns beim allerersten Modem arg zu schaffen. Ist alles in Ordnung, lötet man die IC's ein. Ich verwendete IC-Sockel, so lassen sich defekte Schaltkreise im Falle eines Falles leichter auswechseln. Sehr sorgsam sollte auch der Quarz behandelt werden; er ist gegen starke Erschütterungen und Hitze empfindlich. Nun sollte man an den mit +5 V (VCC) gekennzeichneten Punkt eine stabilisierte Gleichspannung eben dieser Höhe gegen Masse (GND) anlegen. Liegt die Stromaufnahme wesentlich über 20 mA, so ist irgendetwas nicht in Ordnung, man sollte die Spannung sofort abschalten und die Schaltung nochmals genau prüfen. Ist die Stromaufnahme in Ordnung, so ist die Spannung an Pin 7 des TCM 3105 zu messen. Sie sollte etwa bei 2,6...2,7 V liegen. Weicht der Wert nach unten ab, so ist R10 zu vergrößern, weicht der Wert nach oben ab, so ist er zu verkleinern. Evtl. sollte man probehalber wie im Original-Schaltplan gestrichelt eingezeichnet, einen einstellbaren Widerstand einlöten, und diesen entsprechend einstellen. Wenn jetzt alles in Ordnung ist, kann man daran gehen, das Modem mit der Schnittstelle des PCs zu verbinden. Vorher sollte man die (Test-)Spannungsquelle entfernen. Nach Einschalten des Rechners und Laden von BayCom (L2) oder TF(PC)X, die man vorher auf die richtige Schnittstelle eingestellt hat, sollten nun wieder etwa 5 V am Test-Speisepunkt (VCC) meßbar sein. Werte von 4.75 bis 5.25 V konnen als normal akzeptiert werden. Wer dem Frieden nicht traut, kann an Stelle von R4 den im Original-Schaltplan vorgesehenen Festspannungsregler (Pin 1 zeigt in Richtung der Dioden) einsetzen, siehe dazu den Bestückungsplan zum Layout; die zusätzlichen Bauteile sind grün gekennzeichnet, R4 entfällt dann! Sind keine 5 V (mindestens 4,6 V) meßbar, so sollte das Modem sofort vom Rechner getrennt und die Dioden VD1 - VD3 überprüft werden. Vielleicht ist eine falsch gepolt? Ist die Spannung ca. 4,5 V, so ist entweder die Stromaufnahme etwas zu hoch oder R4 zu groß. Bei Strömen von ca. 30 mA oder höher sollte man besser auf eine externe Spannungsquelle zurückgreifen.

Hinweis: Bei Verwendung einer externen Spannungsquelle wird dringend empfohlen, erst deren Leerlaufspannung zu messen. Gerade die preiswerten, weitverbreiteten Universal-Steckernetzteile liefern im Leerlauf oft sehr hohe Ausgangsspannungen. Es empfiehlt sich daher die Einstellung einer niedrigeren Ausgangsspannung (6/7,5 V) oder das Einschalten eines zusätzlichen Vorwiderstandes von 300 - 600 Ohm in die Plus-Leitung der Spannungsversorgung. Gleichzeitig sollte statt R4 der im Schaltplan bereits eingezeichnete Festspannungsregler verwendet werden.

Ist jedoch soweit alles in Ordnung, kommt der große Augenblick: der Anschluß an das Funkgerät. Hierzu sollte man am besten den Schaltplan des Funkgeräts zu Rate ziehen, da es hier große Unterschiede gibt. Der Ausgang "MIC" kommt an den Mikrofon-Eingang, also an den Kontakt, an dem normalerweise das NF-Signal des Mikrofons anliegt. Der Anschluß "NF" wird mit dem Kontakt verbunden, der durch die Sprechtaste des Mikrofons im losgelassenen Zustand gegen Masse geschaltet wird. (Natürlich darf dann das Mike nicht parallel dazu angeschlossen sein.) Der Kontakt, den die Sprechtaste gegen Masse schaltet, wenn sie gedrückt wird, gehört an den Anschluß "PTT". Einige Geräte liefern die NF nicht an die Mikrofonbuchse; bei diesen ist die Zweitlautsprecherbuchse bzw. die Selektivrufbuchse zu verwenden. Hat man alles ordentlich "verdrahtet", so kann man nun das Gerät einschalten und auf Kanal 24, 25, 53, 54, 76 oder 77 stellen (der meiste Betrieb liegt noch immer auf den Kanälen 24 und 25). Den Lautstärkeregler sollte man zunächst auf Minumum stellen, und dann langsam aufdrehen, bis die Puffer-Anzeige (bei Programmen mit TFPCX) oder die "EMPF" -Anzeige (BayCom) unruhig werden. Nun sollten schon erste PR-Signale auf dem Bildschirm erscheinen. Sollte dies nicht der Fall sein, so ist die Spannung an Pin 7 des TCM 3105 nochmals zu kontrollieren und ggfs. abzugleichen. Sind die Signale einwandfrei aufzunehmen, kann man den Lautstärkeregler "vergessen". Nun zum Mikrofon-Eingang. Wer einen "Mike-Gain"-Regler besitzt, sollte diesen zunächst auf Maximum stellen. Hilfreich ist es, wenn man die eigenen Sendeversuche mit einem zweiten Gerät mithören kann. Normalerweise ist kein weiterer Abgleich der Sendelautstärke notwendig, da die Schaltung so bemessen wurde, daß sie etwa des Pegel eines normalen Mikrofons liefert. Die Modulation muß sich kräftig anhören, darf jedoch keinesfalls verzerrt oder übersteuert sein. Für derartige Tests empfehle ich BayTon, ein einfaches Utility zur Prüfung von Schnittstelle und Modem. Ist man sich nicht sicher, verringert man die Modulationslautstärke etwas und dreht dann langsam wieder auf, bis keine Zunahme der Lautstärke mehr zu bemerken ist. An diesem Punkt sollte man dann den Regler stehen lassen und "vergessen". OK, jetzt haben wir es geschafft, und es sollte der ersten PR-Verbindung nichts mehr im Wege stehen! P.S.: Vielleicht sollte noch erwähnt werden, daß man das Modem am besten in ein Metallgehäuse baut....

Auch für die Verbindung zwischen Modem und Funkgerät sollte ein geschirmtes Kabel verwendet werden. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, jede einzelne Leitung abzuschirmen. Vielmehr sollten die Adern des Kabels in ein gemeinsames Schirmgeflecht eingebettet sein. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, die Leitung zum Mikrofoneingang des Funkgerätes nochmals separat abzuschirmen. Als gut geeignet haben sich Mikrofonkabel, wie man sie mitunter als Meterware im Elektronik- oder CB-Funk-Handel bekommt, oder Videokabel (EGA/VGA monochrom) erwiesen.


Dieses Modem wurde mehrfach aufgebaut und arbeitet zur vollsten Zufriedenheit.
Zum Seitenanfang

Einige Tips

Wichtig für reibungslose PR-Verbindungen ist eine ordnungsgemäß aufgebaute Funkanlage. Also nochmals alles nachchecken, wenn es schleift. Viele PC-User haben mit den Störeinstreuungen ihres Rechners zu kämpfen, die den Empfang oft sehr beeinträchtigen. Als Abhilfe bieten sich folgende Maßnahmen an:
  1. Netzfilter in die Netzzuleitung des PCs und des Monitors schalten.
  2. (Ich verwende einen magnetischen Spannungskonstanthalter und ein Vierkammer- Netzfilter aus einem alten Robotron-Rechner und bin damit sehr zufrieden.)
  3. Funkgerät und PC nicht aus demselben Stromkreis speisen (wenigstens zwei verschiedene Wandsteckdosen nehmen).
  4. Netzfilter in die Zuleitung zum Funknetzteil schalten.
  5. Funkgerät und Rechner möglichst weit voneinander entfernt aufstellen.
  6. Antennenleitung möglichst direkt vom Eintritt ins Zimmer zum Funkgerät führen.
  7. Aufsteckbare Ferrithülsen an Monitor-(VGA-), Tastatur-, Maus- und Schnittstellenkabel anbringen (direkt am Rechner)
  8. Antenne möglichst weit vom Gebäude entfernt und möglichst hoch aufstellen, damit diese den sog. "Störnebel" wenig aufnimmt.
Des weiteren wäre auf elektrischer Seite eine Umgehung des NF-Teils des Funkgeräts wünschenswert. Das hieße, das Signal aus dem Modem direkt am Modulator einzuspeisen und das Empfangssignal direkt am Demodulator zu entnehmen. Viele den Empfang schwächerer Stationen unmöglich machende und die eigene Reichweite einschränkende Verzerrungen ("Klirrfaktor") ließen sich auf diese Weise vermeiden. Allerdings muß darauf hingewiesen werden, daß für den CB-Funker ein diesbezüglicher Eingriff in das Gerät nicht gestattet ist und das Erlöschen der Betriebserlaubnis für das so veränderte Gerät nach sich zieht!

Probleme mit der Sendeumschaltung (PTT)

In manchen Situationen, insbesondere bei geringem Abstand des Modems zu Funkgerät / Antenne kam es manchmal zum "Hängen" der PTT, d.h. das Modem ging auf Dauersendung. Ursache war die direkte Einstreuung von Sende-HF in den PTT-Transistor. Dieser auch bei einigen industriell gefertigten Modems auftretende Effekt läßt sich durch Überbrücken von Kollektor und Emitter des PTT-Transistors (T1 lt. Schaltplan bzw. VT1 lt. Bestückungsplan) mit einem Keramikkondensator >10nF (Cx im Bestückungsplan zum Layout) sowie Einschleifen einer kleinen Entstördrossel (für Spielzeugmotoren) in die vom Kollektor des Transistors wegführende Leitung sicher verhindern. Weiterhin kann eine HF-mäßige Siebung der Betriebsspannung bei Speisung aus einem externen Netzteil direkt nach Eintritt der Speiseleitung ins Modemgehäuse sinnvoll sein.


Probleme mit der Watchdog-Schaltung

Elkos, insbesondere solche aus der Bastelkiste, besitzen nur in den seltensten Fällen den aufgedruckten Kapazitätswert. So ist es zu erklären, daß einige Modems Probleme mit einem MAXFRAME größer 2 haben. Alle weiteren Frames wurden dann verstümmelt. In diesem Fall sollte man C3 laut Schaltplan vergrößern; Werte bis 100uF sind hier möglich.


Exakter Abgleich für die Freunde hoher Präzision

  • Teil1: das Modem
  • BayCom-Modems (insbesondere fertig gekaufte Minimodems) stehen in dem Ruf, verglichen mit einem TNC nicht besonders gut zu "gehen". Ein Grund dafür liegt in der Vergewaltigung der Schnittstelle zur Stromversorgung des Modems; die Betriebsspannung wird über einen Widerstand (R4 im Bestückungsplan) nur grob auf 5 V eingestellt. Da jedoch die Arbeitspunkte des TCM3105 direkt von der Betriebsspannung abhängen, empfiehlt sich hier ein Festspannungsregler, den man u.U. vorher ausmessen sollte (einfache Regler haben oft hohe Toleranzen). Nachdem man solcherart für eine stabile Betriebsspannung gesorgt hat, kann man an den Feinabgleich der Dekodierschwelle gehen. Dazu braucht man einen Oszillografen und entweder einen programmierbaren Funktionsgenerator oder einen TNC mit TAPR-Software. Damit erzeugt man sich ein NF-Signal, welches der AFSK-Kodierung für ein 0101010101010...-Datenpaket entspricht. Es muß sichergestellt werden, daß beide Töne des Signals mit gleicher Amplitude erzeugt werden. Anschließend gibt man dieses sogenannte "Diddle"-Signal über einen Spannungsteiler mit max. 0.3 V auf den NF-Eingang des Modems und mißt die an Pin 8 des TCM3105 anliegende Spannung. Es sollte eine dem eingespeisten 010101...-Signal ensprechende Rechteckspannung anliegen. Nun gleicht man an dem statt R10/R13 eingesetzten Einsteller, für den man vorteilhaft einen sogenannten Spindeltrimmer (einstellbarer Widerstand mit Feintrieb) einsetzt, auf exakt gleiches Impuls-Pausen-Verhältnis ab. Damit ist die Dekodierschwelle einwandfrei eingestellt, der Spindeltrimmer (einstellbarer Widerstand mit Feintrieb) sollte dann mit etwas Lack gegen versehentliches Verstellen gesichert oder durch entsprechend ausgemessene Widerstände R10/R13 ersetzt werden.

  • Teil2: Das Funkgerät
  • Um Mißverständnissen vorzubeugen: Hier soll es nicht um das "Hochschrauben" der HF-Ausgangsleistung gehen. Viele Funkgeräte sind vom Hersteller aus nicht optimal auf die Mittenfrequenzen der einzelnen Kanäle abgeglichen. Bei anderen hat sich im Laufe der Zeit die PLL verstellt. Ergebnis ist eine nicht exakte Abstimmung des Gerätes auf den jeweiligen Kanal. Wer Zugang zu entsprechender Meßtechnik (Präzisionsfrequenzzähler, Wobbelmeßplatz) hat, sollte den exakten Abgleich der PLL und der Durchlaßkurven der Empfängerfilter prüfen (lassen). Bei dieser Gelegenheit können auch gleich der richtige Modulationshub (max. 2kHz) und eine verzerrungsarme Modulation eingestellt werden. Vor einem planlosen Verdrehen der hierfür vorgesehenen Abgleichelemente ("Hauptsache, 's ist lauter") muß eindringlich gewarnt werden! Meist verschlimmert man so die Daten seines Gerätes. Auf diese Weise konnten bei uns immerhin eine TEAM Selcom und ein DNT-Funkgerät, an dessen Typ ich mich nicht mehr erinnere, "PR-tauglich" gemacht werden.

    Gut beraten sind auch alle, die den Frequenzgang von Mikrofon- und Empfangs-NF-Verstärker messen können. In den allerwenigsten Fällen verfügen fertige Geräte über einen für PR optimalen, linearen Frequenzgang. Bei Kenntnis des Stromlaufplans kann in gewissen Grenzen versucht werden, diesem Übel abzuhelfen, indem Gegenkopplungs- und Abblock-Kondensatoren im Wert verkleinert, Koppelkondensatoren zwischen einzelnen NF-Stufen im Wert vergrößert und Spannungsteiler geändert werden. Allerdings gilt auch hier für CB-Funker, daß die Betriebserlaubnis für solcherart modifizierte Geräte erlischt. Solange die Modulationsbandbreite jedoch nicht verändert wird, dürften solche Modifikationen im normalen Sprechbetrieb jedoch zu keinen Störungen führen. Im Gegenteil, manche Funkgeräte haben nach einer "Begradigung" ihres Frequenzgangs eine deutlichere und angenehmere Modulation vorzuweisen.


    Probleme mit Albrecht AE4200, AE5800

    Bei diesen Geräten ist eine kleine Zusatzschaltung notwendig, die die Auswirkungen einer schaltungstechnischen Unzulänglichkeit beseitigt. Schließt man nämlich das Modem an eine AE4200 an, so macht ein Dauerpfeifton den Empfang unmöglich. Abhilfe schafft die hier gezeigte Schaltungserweiterung, die den Mikrofon- Eingang des Funkgeräts bei Empfang gegen Masse kurzschließt:

    PTT-Relais-Schaltung

    Damit werden die sonst über den beim Empfang offenen Mikrofoneingang eingekoppelten Störungen sicher unterdrückt; jedoch ist je nach verwendetem Relais das TXDELAY u.U. höher zu stellen. Der mit "PTT-Transistor" bezeichnete Transistor entspricht T1 laut Modemschaltplan. Es ist also nur die Relaiswicklung mit einem Ende an den mit "PTT" bezeichneten Ausgang des Modems, und mit dem anderen Ende an +12 V anzuschließen. Der Minuspol dieser 12-V-Spannungsquelle muss mit "GND" am Modem verbunden werden.

    Das Relais muß wenigstens einen öffnenden (Öffner) und einen schließenden (Schließer) oder besser noch einen Wechselkontakt besitzen. Der Öffner wird mit dem Mikrofoneingang der Funke, der Schließer mit dem PTT-Eingang verbunden. Die jeweils zweiten Anschlüsse werden an Masse gelegt. Im Falle eines Wechselkontaktes (Wechsler) kommt der so genannte Ruhekontakt an den Mikrofoneingang, der Arbeitskontakt an PTT. Der dritte Anschluß des Wechslers kommt an Masse. Es kann sicher nicht schaden, darauf hinzuweisen, daß das Relais zusätzlich zum Mikrofonanschluß des Modems an das Funkgerät angeschlossen werden muß.

    Drei wichtige Hinweise:

    1. Auf keinen Fall darf die eingezeichnete Freilaufdiode über der Relaiswicklung weggelassen werden! Anderenfalls würde T1 nach wenigen Sendeversuchen zerstört.
    2. T1 muß den für das Anziehen des Relais benötigten Strom aushalten können! Besser diesen Transistor also etwas stärker dimensionieren (höherer zulässiger Kollektorstrom), wenn man sich nicht sicher ist. Für Klein(st)relais, insbesondere die im DIL-Gehäuse, reicht die Belastbarkeit des "original" T1 jedoch aus.
    3. Man sollte nicht versuchen, das Relais aus der Schnittstelle des Rechners zu speisen. Dafür ist sie nun wirklich nicht ausgelegt. Es ist also dafür in jedem Fall eine externe Spannungsquelle, am besten das Netzteil des Funkgeräts, vorzusehen. Der Arbeitskontakt des Relais übernimmt die eigentliche Funktion von T1, indem er den mit "PTT" bezeichneten Ausgang der Zusatzschaltung gegen Masse legt. Die PTT-Leitung des Funkgeräts wird also jetzt mit diesem Ausgang verbunden.
    Einem ähnlichen Zweck dient auch der Teil mit T2 lt. Schaltplan, er ist jedoch bei der AE4200 wirkungslos. Bei neueren Albrecht-Geräten (AE 5080) kann dieser Fehler Erfahrungsberichten zufolge durch Vermeiden der bei Versorgung von Modem und Funkgerät aus dem gleichen Netzteil entstehenden Masseschleife beseitigt werden. Man braucht also keine extra Minusleitung vom Modem zum Netzteil vorzusehen. Ob diese Maßnahme in jedem Fall hilft, kann ich nicht garantieren. Zum Seitenanfang


    Adapter für den C64

    Für die Freunde des C64, zu denen auch ich mich zähle, gibt es jetzt einen Adapter, mit dem sie das hier vorgestellte Modem auch am geliebten Brotkasten betreiben können. Der Adapter muß so beschaltet werden:

    
    C64/128 Kassettenport                   PC-Modem RS 232 (9polig)
    
     A/1     Masse  o----------------------o Pin 5
     B/2     5 V+   o----------------------o Pin 3 (besser an externes Netzteil
                                                    anschließen)
     C/3     TX     o-----------R1----o----o Pin 4
                                      R2
                                      o----o Pin 5
     D/4     RX     o----------------------o Pin 8
     E/5     PTT    o----------------------o Pin 7
     D/6     RX     o----------------------o Pin 8
    
     R1 = 620 Ohm; R2 = 1 K Ohm; wichtig ist, daß die Daten am Modemeingang
     TTL-Pegel haben - am Kassettenport liegen sie mit ca. 6-8 V an.
     Weiterhin sollte Anschluß 4 / 6 des Kassettenports direkt mit Pin 8
     des TCM3105 verbunden werden, um eine korrekte Auswertung der empfangenen
     Daten zu ermöglichen.
    
    
    Anmerkung: Die Speisung des Modems sollte aus einem externen Netzteil
               vorgenommen werden, da die 5 Volt am Datassettenport nicht belastbar
               sind. Wird mit Festspannungsregler gearbeitet, so sollten VD2 - VD3
               lt. Bestückungsplan entfernt und ein Anschluß an das
               12-Volt-Funknetzteil über VD1 vorgesehen werden.
               Viele Funkgeräte (insbesondere die mit Up/Down-Tasten am Mikrofon)
               liefern über die Mikrofonbuchse 12 V mit, die sich
               hervorragend zu diesem Zweck "mißbrauchen" lassen.
    
    Zum Seitenanfang
    

    Hardware-DCD, der PR-Spezial-Squelch

    Wie wird eigentlich zwischen Störungen und PR-Signalen unterschieden? Dazu gibt es prinzipiell 3 Möglichkeiten.

    1. Man nutzt die Rauschsperre (Squelch) des Funkgerätes wie gewohnt. Diese zunächst naheliegende Lösung hat den gravierenden Nachteil, daß der Squelch nicht für PR gedacht und daher meist zu langsam ist. Er verstümmelt ankommende Pakete.
    2. Man überträgt diese Aufgabe dem angeschlossenen Rechner. Sowohl TF(PC)X als auch BayCom bieten diese Lösung an. Dieses im allgemeinen recht zuverlässig arbeitende Verfahren ist jedoch recht rechenintensiv, was auf kleineren Rechnern zu Empfangsproblemen führen kann. Außerdem ist bei der Einstellung des Schwellenwertes für diese "Software-DCD" einiges Fingerspitzengefühl erforderlich, damit einerseits nicht schon das Rauschen / QRM den Rechner übermäßig beschäftigt, andererseits aber auch schwächere Stationen registriert werden können.
    3. Man sieht eigene Hardware dafür vor. Diese erkennt auch schwächste PR-Signale und reagiert darauf. Der Vorteil ist eine Entlastung des angeschlossenen Rechners und ein oftmals reibungsloserer PR-Betrieb, da nicht so oft Frames "weggedrückt" werden. TNCs, wie der TNC2, verwenden diese "Hardware-DCD" serienmäßig. Aber auch für BayCom-Modems gibt es einen Nachrüstsatz mit dem bei großen Elektronik-Versandhäusern erhältlichen XR 2211, dessen Schaltung nachfolgend gezeigt wird.

    Diese Schaltung wird in die Leitung, die die empfangenen Daten an den Rechner weitergibt, eingefügt. Sie soll diese Leitung stummschalten, wenn keine gültigen Daten empfangen wurden. Dadurch wird vermieden, daß das üblicherweise auf dem Kanal vorhandene Rauschen dem Rechner zugeführt wird und erst dort von den Daten getrennt werden muß. Auf der Rechnerseite kann man sich nun weitestgehend "darauf verlassen", daß nur noch gültige Daten an der Schnittstelle anliegen. Der Anschluß erfolgt zwischen Pin 8 des TCM3105 und Pin 5 des 74HC04 (laut obiger Schaltung, die Stelle ist angegeben). Natürlich muß der Leiterzug dann zwischen den beiden neuen Anschlüssen durchtrennt werden. Bei anderen Modemschaltungen bzw. beim C64 kommt der für Pin 5 des 74HC04 bestimmte Anschluß der DCD direkt als Daten-Ausgang an die Rechnerschnittstelle (statt des RX DATA-Anschlusses des Modems). Der einstellbare Widerstand 10 KOhm muß auf die Mittenfrequenz 1700 Hz (Frequenzzähler) gestellt werden. Hat man keinen Frequenzzähler, so reicht auch Einstellen auf beste Funktion (PR-Signale sollten ohne Beeinträchtigung empfangen und dekodiert werden können). Der evtl. noch eingeschaltete "Software-Squelch" muß selbstverständlich deaktiviert werden! Die Schaltung wurde als Nachrüstsatz für einen Landolt-TNC-Bausatz nachgebaut und funktioniert nach geduldiger Einstellung einwandfrei. Ein Problem damit soll allerdings nicht verschwiegen werden: Die vorgestellte DCD reagiert auf alle Signale, die zwischen den beiden Grenzfrequenzen des AFSK- Verfahrens liegen. Es kommt daher auch oft bei "Quasselfunkern" zum kurzzeitigen Ansprechen der Schaltung. Ein neuer Schaltungsvorschlag mit zwei NE 567 und Auswertelogik wird zur Zeit von uns getestet.


    Häufig gestellte Fragen zum Thema

    1. F.: Woher bekomme ich diesen TCM3105? Bei OBI und Aldi haben sie ihn nicht.

    2. F.: Warum bekomme ich TF(PC)X unter Windows 3.x, Windows 95 oder OS/2 nicht zum Laufen?

    3. F.: Was ist ein TNC?

    4. F.: Gibt es im Internet noch weitere Informationen?

    5. F.: Kann ich denn nicht auch die Terminalsoftware für mein Telefonmodem einsetzen?

    6. F.: Was ist ein einstellbarer Widerstand, Trimmer, Einstellregler...?



    Ich wünsche allen PR-Freunden allzeit gute Connects und ein schnelles Modem! vy 73 de DAC324@DBQ325.#MEK.SAX.DEU.EU Zum Seitenanfang

    P.S.:

    Wer Tips und Verbesserungsvorschläge, oder Fragen zum Thema Packet Radio hat oder meint, eine gute WWW-Seite oder FTP-Server gefunden zu haben, welche hier erwähnt werden sollten, kann mir jederzeit eineMail schreiben! An dieser Stelle sei allen gedankt, die dies getan und somit zur weiteren Ausgestaltung und Verbesserung dieser Seite beigetragen haben.

    
    

    Zurück zur Homepage

    [Stand vom 07.05.1998, letzter Edit am 27.06.2000]